Die Zahl der Videosprechstunden bei der ärztlichen Behandlung in Deutschland ist nach dem Ende der Coronapandemie zurückgegangen. Das geht aus den veröffentlichten Statistiken der Techniker Krankenkasse (TK) hervor.

Waren 2019 nur 358 Videosprechstunden bei der TK abgerechnet worden, sind es im ersten Pandemiejahr 2020 rund 709.000 gewesen. Auch im Folgejahr wuchs die Anzahl der Onlinebehandlungen weiter auf 956.000. Mit Aufhebung der Hygieneregeln sanken die Zahlen. Im vergangenen Jahr fanden noch 717.000 Videosprechstunden bei TK-Versicherten statt – 25 % weniger als im Jahr zuvor.

„Die Coronapandemie hat der Digitalisierung an einigen Stellen den nötigen Anschub gegeben. Wichtig ist jedoch, dass digitale Angebote wie die Videosprechstunde auch langfristig eine selbstverständliche Option für die ärztliche Behandlung werden“, erklärte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas. Besonders in versorgungsschwächeren Gebieten seien digitale Behandlungen eine sinnvolle Ergänzung.

Dass die digitale Sprechstunde noch nicht flächendeckend in der Gesellschaft angekommen ist, zeigt eine aktuelle Forsa-Befragung der TK: Lediglich 8 % der Befragten haben bisher mit einem Arzt oder einer Ärztin per Video gesprochen. Davon haben wiederum nur 3 % mehrfach von dem digitalen Angebot Gebrauch gemacht. Aus Sicht der Krankenkasse sparen Patientinnen und Patienten durch Videobehandlungen Anfahrtswege und Zeit im Wartezimmer und sind einem geringeren Ansteckungsrisiko ausgesetzt.

Das Interesse an digitalen Behandlungen ist laut TK-Befragung allerdings da: Die Hälfte der Befragten möchte eine Videosprechstunde gerne besuchen, scheitert aber daran, dass ihre Arztpraxen diese nicht anbieten (49 %).

Quelle: Deutsches Ärzteblatt