Beim Ovarialkarzinom zeigen Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren bislang nur bei wenigen Betroffenen Wirkung. Forschende vom Helmholtz Institut für Translationale Onkologie (HI-TRON Mainz) haben nun entdeckt, dass Fettstoffwechselprozesse im Tumorumfeld eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie gut solche Therapien wirken.
Das HI-TRON-Team untersuchte, wie die Umgebung die Interaktion zwischen Tumorzellen und Immunzellen beeinflusst. In der Nähe von Tumorabsiedelungen im Fettgewebe sammeln sich besonders viele Immunzellen, darunter T-Zellen und Makrophagen. Während die T-Zellen durch das Fettgewebe grundsätzlich funktionsfähig bleiben, geraten Makrophagen durch die Aufnahme großer Mengen an Fett unter oxidativen Stress. In diesem Zustand tragen sie zur Unterdrückung der Immunantwort bei und begünstigen so das Tumorwachstum. Die Forschenden konnten zeigen, dass sich dieser immununterdrückende Zustand der Makrophagen durch gezielte Eingriffe umkehren lässt.
In Experimenten mit Tumorgewebe von Patientinnen sowie in Mausmodellen führte die Hemmung des Signalwegs um den Rezeptor CCR5 dazu, dass Makrophagen neu programmiert wurden. In der Folge konnten T-Zellen wieder stärker in den Tumor eindringen und Krebszellen wirksamer bekämpfen.
Einen ähnlichen Effekt beobachteten die Forschenden auch, wenn ein weiterer Entzündungs- und Fetttransport-Mechanismus über den Rezeptor CD36 blockiert wurde. Beide Ansätze reduzierten die Fettbelastung der Makrophagen und stärkten die entzündliche Immunantwort gegen den Tumor.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft









