Im Projekt GUIDE-AI entwickelt ein Zusammenschluss aus öffentlichen und Industriepartnern unter Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin KI-basierte Assistenten, die auf Abweichungen von Leitlinien aufmerksam machen – und so die Behandlung von Millionen Menschen verbessern könnten. GUIDE-AI wird im Rahmen der Innovative Health Initiative der EU für vier Jahre mit 9,5 Millionen Euro gefördert.
Leitlinien sollen den behandelnden Ärztinnen und Ärzten Hilfestellung sein, im individuellen Fall die beste Therapie festzulegen. „Das medizinische Wissen verdoppelt sich allerdings alle 73 Tage, manche Leitlinien umfassen mittlerweile mehr als hundert Seiten“, erklärt Dr. Dr. Matthias Gröschel, Arzt und Leiter einer Forschungsgruppe im Fächerverbund Infektiologie, Pneumologie und Intensivmedizin der Charité. „Noch dazu werden die Empfehlungen regelmäßig aktualisiert. Es ist schlicht eine große Herausforderung, all die Details und Updates für eine Vielzahl an Erkrankungen im Kopf zu haben.“
Das Konsortium GUIDE-AI will nun große Sprachmodelle (large language models, LLMs) nutzen, um den Medizinerinnen und Medizinern im Leitlinien-Dschungel den Weg zu weisen, auf nur einen kurzen Blick. Die Leitlinien-Assistenten werden in verschiedenen europäischen Sprachen aufgesetzt und sollen die lokalen Vorgaben berücksichigen. Das Ziel: Navigatoren, die – in das Krankenhausinformationssystem oder die Praxissoftware integriert – die verordnete Therapie auf Basis der individuellen Patientendaten mit den Leitlinien-Empfehlungen abgleichen und bei Abweichungen Änderungen empfehlen.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft









