Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) empfiehlt, die Ergebnisse des Projekts „PRO B – PROM bei Brusterkrankungen – neue Wege in der Versorgung bei metastasiertem Brustkrebs“ in die Regelversorgung zu überführen. In dem Vorhaben wurde eine App-basierte neue Versorgungsform für Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom untersucht. Dabei wurden krankheits- und therapieassoziierte Symptome wöchentlich digital über Patient-Reported Outcomes (PROs) erfasst; bei einer Verschlechterung ausgewählter Gesundheitswerte löste das System automatisierte Alarme beim Behandlungsteam aus.
In die randomisiert-kontrollierte, multizentrische Studie wurden 924 Patientinnen eingeschlossen; 909 gingen in die finale Analyse ein. Die Interventionsgruppe erhielt zusätzlich zur Regelversorgung über mindestens zwölf Monate ein digitales Monitoring mit alarmbasierter Kontaktaufnahme, während die Kontrollgruppe regelhaft versorgt und alle drei Monate per PRO befragt wurde. Primärer Endpunkt war die Reduktion des Fatigue-Scores nach sechs Monaten.
Nach Angaben des Innovationsausschusses reduzierte sich die Fatigue in der Interventionsgruppe nach sechs und nach zwölf Monaten statistisch signifikant. Zudem war die Gesamtüberlebensrate nach sechs und zwölf Monaten signifikant höher als in der Kontrollgruppe. Auch für sekundäre Endpunkte wie die körperliche Funktionsfähigkeit zeigten sich in den ersten neun Monaten signifikante Verbesserungen.
In der gesundheitsökonomischen Analyse erwies sich die im Projekt untersuchte neue Versorgungsform mit höheren qualitätsadjustierten Lebensjahren und zugleich geringeren Gesamtkosten als kosteneffektiv.
Vor diesem Hintergrund bittet der Innovationsausschuss das Bundesgesundheitsministerium zu prüfen, ob gesetzliche Anpassungen erforderlich sind, um vergleichbare digitale PRO-Interventionen mit alarmbasierter Kontaktaufnahme und gegebenenfalls Therapieanpassung bei onkologischen Erkrankungen mit intensivem Monitoringbedarf in die Regelversorgung aufzunehmen.









