Seit 1997 wurden über 430.000 Kinder durch die Kinderwunschmedizin geboren. Die neuen Daten des Deutschen IVF-Registers (D·I·R) zeigen darüber hinaus als Meilenstein, dass die Mehrlingsgeburtenrate nach künstlicher Befruchtung erstmals unter zehn Prozent liegt. Denn: Etablierte Methoden wie Single Embryo Transfer reduzieren Mehrlings- und Frühgeburtenrisiken.
Die neuesten Zahlen zu den Kinderwunschbehandlungen in Deutschland zeigen, dass sich das Konzept des „Single Embryo Transfers“ (SET) bewährt. Galten Mehrlingsgeburten nach erfolgreicher Kinderwunschbehandlung früher häufig als Regel durch zwei oder gar mehr zurückgegebene Embryonen, ist dieser Trend deutlich rückläufig. „Wir kommen von über 20 % und haben nun erstmals eine Rate von unter 10 % bei den Mehrlingsgeburten“, sagt Prof. Dr. med. Jan-Steffen Krüssel, Vorstandsmitglied im Deutschen IVF-Register e. V. (D·I·R).
Die Geburtenrate pro Transfer war 2023 mit 22,5 % identisch zum Jahr 2022 und das bei der deutlich gesunkenen Mehrlingsrate mit all ihren Risiken für Mütter und Kinder. Ein Erfolg, den die Kinderwunschmedizinerinnen und -mediziner auf die SET-Strategie zurückführen. Während 2017 bei den Frischzyklen noch 2.818 Mehrlingsgeburten entstanden (22,0 % aller Geburten), ist diese Zahl 2023 auf 1.039 Mehrlingsgeburten gesunken (9,3 % aller Geburten). „Dass über 90 % der Geburten Einlings-Geburten sind, bedeutet für Mutter und Kind ein deutlich geringeres Risiko und ist eine mehr als erfreuliche Entwicklung“, sagt Prof. Dr. med. Krüssel. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit noch im oberen Bereich. Länder wie Skandinavien oder die Niederlande haben Mehrlingsgeburten im natürlichen Bereich von unter fünf Prozent.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft









