Die elektive Bestrahlung der inneren Mammaria- und medialen supraklavikulären Lymphknoten bei Patientinnen mit Brustkrebs im Stadium I bis III senkt langfristig die brustkrebsspezifische Mortalität, führt jedoch nicht zu einer Verbesserung des Gesamtüberlebens. Das zeigen die jetzt veröffentlichten 20-Jahres-Ergebnisse der randomisierten EORTC-Studie 22922/10925, die beim ESTRO-Kongress 2026 vorgestellt und parallel in CA: A Cancer Journal for Clinicians publiziert wurden.
In die Studie wurden zwischen 1996 und 2004 insgesamt 4.004 Patientinnen aufgenommen. Untersucht wurde, ob die zusätzliche Bestrahlung der inneren Mammaria- und medialen supraklavikulären Lymphknoten nach der Primärtherapie einen langfristigen Nutzen bringt. Die EORTC hatte die Studie zu drei Auswertungszeitpunkten nach 10, 15 und 20 Jahren geplant, da sich mögliche Effekte auf Überlebensendpunkte erst im Langzeitverlauf zeigen können und zugleich auch therapiebedingte Spätfolgen sehr lange Nachbeobachtungszeiten erfordern.
Nach 20 Jahren zeigte sich kein Unterschied im Gesamtüberleben zwischen den Gruppen mit und ohne regionale Lymphknotenbestrahlung. Auch für das krankheitsfreie Überleben und das fernmetastasenfreie Überleben ergaben sich keine signifikanten Unterschiede. Gleichzeitig war die brustkrebsspezifische Mortalität in der Bestrahlungsgruppe niedriger als in der Kontrollgruppe. Dieser Vorteil wurde im Langzeitverlauf jedoch durch eine höhere Zahl von Todesfällen aus anderen oder unbekannten Ursachen ausgeglichen.
Die Autoren werten die Ergebnisse als Hinweis darauf, dass kurz- oder mittelfristige Vorteile einer adjuvanten Strahlentherapie das langfristige Verhältnis von Nutzen und Spätfolgen nicht vollständig abbilden. Nach Einschätzung der Studiengruppe unterstreichen die Daten daher die Bedeutung sehr langer Nachbeobachtungszeiten, insbesondere bei Patientinnen mit insgesamt günstigerer Prognose.









