Obwohl GKV-Versicherte weibliche Jugendliche und Frauen bis zum 25. Lebensjahr Anspruch auf ein jährliches, kostenfreies Chlamydien-Screening haben, wird dieses Angebot weiterhin unzureichend genutzt. Das vom Universitätsklinikum Bonn (1) durchgeführte und vom Innovationsfonds des G-BA (2) geförderte Forschungsprojekt FemScreen-CT (Laufzeit zwei Jahre, Fördervolumen ca. 1 Mio. Euro) untersucht systematisch, welche Faktoren die Inanspruchnahme fördern oder hemmen und wie das Angebot in der Praxis gestärkt werden kann.
Neben der Befragung der Zielgruppe zu Wissen, Einstellungen und Inanspruchnahme-Barrieren steht dabei ausdrücklich auch die Perspektive niedergelassener Gynäkologinnen und Gynäkologen im Fokus – einschließlich der Herausforderungen, die bei der Umsetzung des Screenings im Praxisalltag bestehen. Ergänzend werden Abrechnungsdaten zur Screening-Nutzung im Zeitverlauf analysiert, u. a. ob die Einführung der Vergütung der Chlamydien-Screening-Beratung nach Durchführungsquote die Inanspruchnahme nachweislich beeinflusst hat sowie eine gesundheitsökonomische Modellierung von Kosten und Nutzen durchgeführt.
Hauptziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse, einschließlich der Perspektive niedergelassener Gynäkologinnen und Gynäkologen, zusammenzuführen und darauf aufbauend in Workshops mit allen relevanten Stakeholdern gemeinsame, praxisnahe Handlungsempfehlungen zu entwickeln, zu diskutieren und zu konsentieren. Niedergelassene Gynäkologinnen und Gynäkologen sollen so gezielt von praxisrelevanten Erkenntnissen profitieren, die ihren Alltag rund um das Screening unterstützen.
1 Center for Health Services Research and Communication (CHSR); Kontakt: femscreenct.info@ukbonn.de
2 Förderkennzeichen: 01VSF25014









