Eine aktuelle Analyse im Rahmen der Global Burden of Disease Study 2023 zeigt: Trotz eines langfristigen Rückgangs der Müttersterblichkeit seit 1990 hat sich der Fortschritt im Zeitalter der UN-Nachhaltigkeitsziele deutlich verlangsamt. Mehr als die Hälfte aller Länder verfehlt das internationale Ziel. Die COVID-19-Pandemie hat die Situation zusätzlich verschärft.
Weltweit starben im Jahr 2023 schätzungsweise 240.000 Frauen an schwangerschaftsbedingten Ursachen – das entspricht einer Müttersterblichkeitsrate (MMR) von 190,5 pro 100.000 Lebendgeburten. Gegenüber 1990 (MMR: 321) bedeutet das zwar einen Rückgang von mehr als 40 %, doch das Tempo des Fortschritts hat sich in den letzten Jahren deutlich verlangsamt.
104 von 204 untersuchten Ländern und Territorien haben das Ziel der UN-Nachhaltigkeitsagenda (Sustainable Development Goals, SDGs) noch nicht erreicht: SDG 3.1 fordert bis 2030 weniger als 70 Müttersterbefälle pro 100.000 Lebendgeburten. 73 dieser Länder weisen noch immer eine MMR von über 140 auf. Die höchste Belastung tragen Regionen in Sub-Sahara-Afrika sowie Südasien, allen voran die Demokratische Republik Kongo, Nigeria, Äthiopien, Indien und Pakistan.
Während die Ära der Millenniumsentwicklungsziele (2000–2015) noch eine deutliche Beschleunigung der Sterblichkeitsreduktion brachte, zeigen 120 von 204 Ländern seit 2015 einen verlangsamten oder sogar rückläufigen Fortschritt. Als häufigste direkte Todesursachen wurden weltweit Blutungskomplikationen sowie hypertensive Schwangerschaftserkrankungen identifiziert.
Die COVID-19-Pandemie verursachte in den Jahren 2020 und 2021 in mehreren Regionen – insbesondere Lateinamerika, der Karibik sowie Zentral- und Osteuropa – einen messbaren Anstieg der Müttersterblichkeit. Bis 2022/2023 kehrten die Werte in den meisten dieser Regionen wieder auf das Ausgangsniveau zurück.
Die Autoren der Studie fordern neben einer verbesserten Datenlage vor allem den konsequenten Ausbau qualitativ hochwertiger, zugänglicher Geburtsmedizin sowie die Stärkung der Resilienz von Gesundheitssystemen gegenüber zukünftigen Gesundheitskrisen.
Quelle: https://www.thelancet.com/journals/lanogw/article/PIIS3050-5038(26)00047-6/fulltext









