Ein Forschungsteam unter Leitung der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Augsburg hat weitere Gene und Genvarianten identifiziert, die mit dem vermehrten Auftreten von Brustkrebs in Verbindung stehen.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland: Etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. In rund fünf bis zehn Prozent der Fälle liegt eine erbliche Veranlagung zugrunde. Für die genetische Diagnostik sind derzeit 13 Risikogene etabliert, darunter BRCA1 und BRCA2.
Das Forschungsteam um Prof. Dr. Doris Steinemann vom Institut für Humangenetik der Medizinischen Hochschule Hannover und Prof. Dr. Monika Golas vom Institut für Humangenetik der Universität Augsburg und dem Universitätsklinikum Augsburg hat nun weitere Gene und Genvarianten identifiziert, die mit dem vermehrten Auftreten von Brustkrebs in Verbindung stehen.
Das Team analysierte in Blutproben von 134 Personen mit Brust- oder Eierstockkrebs beziehungsweise Brust- und Eierstockkrebs die Gesamtheit aller Gene und die Genaktivität. Bei allen Personen hatte die routinemäßige Untersuchung der 13 bekannten Krebsrisikogene zuvor keine genetische Ursache ergeben. Die Ergebnisse weisen auf weitere Gene hin, die eine zentrale Rolle in der DNA-Reparatur und Genomstabilität spielen und neue Kandidatengene für Familien mit Verdacht auf erblich bedingten Brust- und Eierstockkrebs sein könnten. Unter den Kandidatengenen fanden sich auch Gene, die bisher vor allem mit seltenen Erkrankungen in Verbindung gebracht wurden. Die Ergebnisse legen nahe, dass Veränderungen in nur einer Genkopie mancher dieser Gene die Anfälligkeit für Brust- und Eierstockkrebs erhöhen könnten.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft









